Umweltgipfel 2012 in Rio
Es wird mittlerweile kaum eine Gegen-meinung behaupten können, dass der Klimawandel längst begonnen hat. In der Folge kommt es häufiger zu Natur-katastrophen und die Erdtemperatur erhöht sich signifikant. Wenn in 100 Jahren nunmehr ein Temperaturanstieg von einem Grad Celsius erwartet wird, klingt dies zunächst nicht nach einer globalen Katastrophe. Allerdings sind die Auswirkungen auf die Natur dramatisch. Die Umwelt leidet bis sie letztendlich ihre Kraft entfaltet. Viele Tier - Pflanzenarten sind den Veränderungen bereits zum Opfer gefallen. Ihre Populationen sind komplett ausgestorben und mithin lediglich ein Relikt für Geschichtsbücher. In diesem Zusammenhang ist Umweltschutz ein unerlässliches Thema der modernen Gesellschaft. Mittlerweile ist die Menschheit in der Lage, innerhalb weniger Sekunden unvorstellbare Milliardenbeträge um den Erdball zu schicken. Es wirkt insofern geradezu peinlich, dass die Belange von Umwelt und Natur scheinbar nicht in den Griff zu bekommen sind. Möglicherweise sind auch Desinteresse und fehlende Phantasie Kernprobleme der heutigen Generationen. Eine zweite Chance wird uns die Natur hingegen kaum einräumen wollen. Und alle Menschen sind in der Lage, ihre Lebensgewohnheiten mit dem Umweltschutz in Einklang zu bringen. Es geht viel weniger um Verzicht, als vielmehr um eine Abkehr von gelebter Gemütlichkeit.
Die politischen Staaten haben sich ebenso zur Aufgabe gemacht, Umweltschutz zu praktizieren und einen Beitrag für unsere Natur zu leisten. In diesem Jahr fand er vom 20. - 22. Juni in Rio statt. Auf der Agenda stand kein karnevalistischer Ausflug zum unvergleichlichen Zuckerhut. Allerdings berieten mehr als 100 Staats- und Regierungschefs über Möglichkeiten, die Umwelt in den kommenden Jahren spürbar zu entlasten. Das Motto lautete Rio+20, da sich die Oberhäupter über eine nachhaltige Klimapolitik für die kommenden Jahre verständigen wollten. In Deutschland zog Bundeskanzlerin Angela Merkel, schon vor Beginn der Konferenz, den Unmut von manchen Medien und Oppositionspolitikern auf sich. Sie verzichtete auf eine Teilnahme, so dass der Bundesumweltminister Peter Altmaier stattdessen auf die Reise geschickt wurde. Medien und führende Politiker kritisierten die Haltung der Klimakanzlerin, die immer wieder die Wichtigkeit einer nachhaltigen Klimapolitik beteuert hatte. Ihre Haltung hätte sie in Rio zum Ausdruck bringen können, insofern ist ihre Absage zumindest kein unmissverständliches Zeichen. Bundesumweltminister Altmaier hingegen, versuchte in einer Vielzahl von Fachgesprächen und Interventionen für einen umfassenden Umweltschutz zu werben. Nach 3 langen Verhandlungstagen sollte nunmehr der Öffentlichkeit ein abschließendes Ergebnis präsentiert werden.
Auf die Präsentation folgte nicht nur Ernüchterung. Vielmehr kritisierten vor allem Umweltverbände und Naturschützer den schwammigen Konsens. Rio 20+ konnte am Ende leider nicht annähernd das vorgestellte Ziel erreichen. Zynische Meinungen wollten sogar die zusätzliche Flugbelastung durch die Regierungschefs als vermeidbare Katastrophe bezeichnen. Es ist sicherlich schwierig, eine global vernetzte Welt miteinander in Einklang zu bringen. Denn es wird keineswegs ausreichen, dass vereinzelte Länder sich den Klimaschutz auf ihre politische Agenda schreiben. Sämtliche führende Industrienationen müssen unbedingt mit einem guten Beispiel für eine nachhaltige Energiepolitik vorangehen. Derweil befürchten ihre Staatsoberhäupter wirtschaftliche Einbußen, da die Weltwirtschaft auf ein unvorstellbares Maß an Energie angewiesen ist. Ferner kann in diesem Zusammenhang auch nicht von gegenseitigem Vertrauen gesprochen werden. Wenn sich das einzelne Land an feste Klimaziele hält, der Nachbar hingegen weniger Verständnis für eine gesunde Welt aufbringt, laufen die Ziele zum einen leer. Zum anderen fühlt sich das einzelne Land auch wirtschaftlich benachteiligt. Missgunst und Misstrauen werden dem Planeten jedoch keine wirkliche Hilfe sein können. Die Umwelt erwartet von den Menschen nunmehr eine kompromisslose Lösung. Die Konferenz konnte zwar wesentliche Kernprobleme erkennen. Allerdings wurden abschließend keinerlei verbindliche Ziele verfasst. Ebenso dürfen die Fristen, insoweit überhaupt benannt, mehr als Empfehlung empfunden werden. Es wurde deutlich, dass die führenden Köpfe dieser Welt keine wirkliche Vision vermitteln konnten. Irgendwie scheint alles in einem schwebenden Zustand zu verweilen. Es bleibt mithin abzuwarten, wann endlich eine verbindliche Lösung gefunden werden kann. Leider konnte Rio 20+ dazu keineswegs beitragen. Dieses Mal hat das Treffen der Umwelt aufgrund des erhöhten Flugverkehrs tatsächlich mehr geschadet als genutzt.

